Tagebuch eines Raubtiers, lautet der Untertitel. 200 Seiten autobiographisch gefärbte Ausführungen über Drogen, Sex und Sadomasochismus, "wie er überall stattfindet, aber selten beschrieben wird", schon gar nicht von Frauen. Für Jenny Zylka klingen die Ausführungen von Lydia Lunch zunächst wie eine "ausgekotzte, schockierende Parabel". Die Geschichte eines kleinen Mädchens, das vom Vater missbraucht wurde und darüber lernt, den Hass zu genießen. Und doch. Bei aller Abstoßung ist die Multumediakünstlerin Lunch - sie spielte in New Yorker Underground-Clubs in Punk-Bands Gitarre, wirkte in Porno-Filmen mit, fotografiert und tritt als Performancekünsterlin auf - die erste Frau, die gleichzeitig die Perspektive des Opfers und des Täters einnehme. Das mache ihre in "kurzen, atemlosen Sätzen herausgehusteten" Geschichten besonders beängstigend und faszinierend zugleich.
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